Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Umweltbildung und Naturpädagogik


Schon bei Kindern Umweltbewusstsein fördern © Torsten Wilke
Foto: Ein Junge spielt an einem Strauch. © Torsten Wilke

Umweltbildung

In den 1970er Jahren etablierte sich die Umweltbildung in Deutschland aus dem Bewusstsein heraus, Umwelt und Natur  nachhaltig für kommende Generationen erhalten zu wollen und zu müssen. Ihre Inhalte richten sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene. Durch die Stärkung des Bewusstseins für umweltrelevante Zusammenhänge möchte die Umweltbildung zu umweltgerechterem Handeln anleiten. Obwohl die positiven Gesundheitseffekte von gesunder Ernährung und von Aufenthalt und Bewegung in der Natur auf der Hand liegen, werden sie von Umweltbildungsangeboten meist nur am Rande kommuniziert.


Naturpädagogik

Im Gegensatz zur Umweltbildung stellt Naturpädagogik das emotionale Erleben und Erfahren der vielfältigen Natur in den Vordergrund. Naturerlebnis bedeutet demnach, dem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich selbst und seine Umgebung ganzheitlich, global und intensiv unter dem Einsatz möglichst aller Sinne zu erfahren. Fülle und Vielseitigkeit der Natur sollen erlebt werden. Grünräume fördern die motorische, kognitive, emotionale und soziale Entwicklung von Kindern. Die Möglichkeit zur selbsttätigen Auseinandersetzung mit der natürlichen Umwelt kann die Gesamtpersönlichkeitsentwicklung unterstützen. Faktenwissen zur Umweltproblematik und zu Naturschutzmaßnahmen spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle. Der Bezug zur Gesundheit wird, ähnlich wie bei der Umweltbildung, eher sekundär hergestellt.


Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro im Jahr 1992 ist der Blick auf Natur und Umwelt durch das Konzept der nachhaltigen Entwicklung erweitert worden. Allgemein steht der Begriff  Nachhaltigkeit für das Prinzip, die vorhandenen Ressourcen so zu nutzen, dass weder Menschen in anderen Regionen noch zukünftige Generationen davon einen Nachteil haben. Dies bedeutet, dass nicht nur die Natur in ihrer Vielfalt geschont, sondern auch durch soziale Gerechtigkeit und ökonomische Entwicklung die Lebenschancen aller Menschen, heute und in Zukunft, gesichert werden sollen. Um das Leitbild der Nachhaltigkeit stärker in das Bewusstsein der Menschen zu rücken, haben die Vereinten Nationen die  Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung (2005-2014)“ ausgerufen. Das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verknüpft Elemente der Umwelt- und Naturpädagogik mit Inhalten der entwicklungspolitischen Bildung. Ziel ist dabei vor allem die Vermittlung einer so genannten Gestaltungskompetenz, die Menschen befähigt, Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung zu erkennen sowie aktiv und eigenverantwortlich an der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. BNE will auf diese Weise nicht nur das notwendige Faktenwissen, sondern auch moralische Kompetenzen sowie Urteils- und Handlungsfähigkeit fördern. Die Staaten der UN haben sich zum Ziel gesetzt, dieses Konzept in allen bildungsrelevanten Bereichen zu fördern – nicht nur in Kindergärten und Schulen, sondern auch in allen Formen der außerschulischen Bildung und in der Erwachsenenpädagogik. Unter den  BNE-Dekadeprojekten besitzen sehr viele einen Bezug zum Bereich der Gesundheit – ob es nun um biologische Lebensmittel, um Natursport oder um den Zugang zu sauberem Wasser in Entwicklungsländern geht, zur Sicherung der Lebenschancen gehört auch ein gesundes Leben für alle. Auch nach Ende der UN-Dekade BNE bleibt das Konzept BNE weiterhin wichtig und sind Folgeaktivitäten geplant. Das  Weltaktionsprogramm BNE gibt den Rahmen für die Folgeaktivitäten zur UN-Dekade BNE in den Jahren 2015 bis 2019 vor.

Aus unserer Projektdatenbank:

zur Projektdatenbank