Bundesamt für Naturschutz

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Entwicklungsförderung


Bewegung in der Natur macht Kinder gesund und selbstbewusst © Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Foto: Ein Kind macht große Seifenblasen © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Kinder finden in der Natur einen idealen Raum für Entfaltung und Selbsterleben. Sie können sich selbstbestimmt ausprobieren, äußere und innere Grenzen erfahren, ihren Körper anders spüren als im Alltag. Die vielgestaltige Natur konfrontiert Kinder mit vielen ungewohnten Reizen, die vor allem Koordination, Muskelkraft und Gleichgewichtssinn trainieren. Dadurch festigt sich die Körperwahrnehmung, die im Kindesalter stark mit der Selbstwahrnehmung korrespondiert. Haben Kinder nicht die Chance, ihr Selbst auf diese oder andere Weise zu definieren, kann es zu Defiziten wie Aufmerksamkeitsstörungen kommen.


Aufmerksamkeit, Selbstwert und Körperkraft fördern

So, wie Aufenthalt und Bewegung in der Natur bei Kindern Sinnesdefizite vermeiden können, bietet sich die Natur auch zur Therapie an. Ihre Wirkung auf die immer häufiger diagnostizierte Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird aktuell wissenschaftlich untersucht. Verhaltensforscherinnen von der Universität Illinois stellten fest, dass schon ein 20-minütiger Spaziergang durch den Park Kinder mit ADHS beruhigt und ihre Konzentration verbessert. Ein Bummel durch die Häuserzeilen eines Wohngebietes hilft dagegen nicht. Die Studie gibt erste Hinweise, dass ADHS-Kinder, die sich regelmäßig im Grünen aufhalten, generell weniger stark ausgeprägte Symptome haben als solche, die selten in die freie Natur kommen.

Ein starkes Selbstwertgefühl ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und Widerstandsfähigkeit von Kindern. Ein anderer gesundheits- und entwicklungsfördernder Faktor ist die Bewegung. Die Natur fordert durch ihre Struktur und Möglichkeiten heraus zu Bewegung und lässt Kinder auch deshalb Spaß daran haben, weil hier kaum von Erwachsenen reglementiert wird. Kinder, die sich viel bewegen, stärken ihre Muskeln und Knochen, ihr Herz-/Kreislaufsystem und auch ihre kognitiven, emotionalen und sozialen Fähigkeiten.