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Heilpflanzen


Ob Schlag, ob Stoß, ob Fall – Arnika hilft überall © Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Foto: Arnika © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Unsere Großmütter wussten noch, dass gegen jedes Leiden ein Kraut gewachsen ist: Thymian bei Husten, Fenchel für die Verdauung, Arnika bei Verstauchungen, Schöllkraut bei Warzen und Johanniskraut bei Schlafstörungen. Heilpflanzen bekamen sprechende Namen – Arnika heißt auch Berg-Wohlverleih oder Fallkraut, Euphrasia ist Augentrost und Echter Beinwell heißt Wallwurz, weil er Knochenbrüche und Wunden zuheilt („wallt“).

Doch wie es scheint, lebt dieses Wissen heute wieder auf – Heilkräuter und pflanzliche Arzneimittel finden in deutschen Apotheken großen Absatz. Etwa die Hälfte der heute in Deutschland gebräuchlichen Arzneimittel basiert auf Heilpflanzen oder deren Inhaltsstoffen, und der Großteil wird immer noch wild gesammelt, allerdings meist außerhalb Deutschlands.

! Viele Heilpflanzen, die wir in Deutschland als Hausmittel verwenden, wachsen direkt vor Ihrer Haustür. Und – fast alle dürfen Sie sammeln. Ausgenommen sind gefährdete Pflanzen, die deshalb im Bundesnaturschutzgesetz als besonders oder streng geschützt geführt werden.


Hausmittel

Aus den hier vorgestellten Heilpflanzen können Sie mit wenig Aufwand einfache Hausmittel herstellen.

Johanniskraut (Hypericum perforatum L.)
Vorkommen: wild wachsend in Europa und im westlichen Asien an sonnigen, trockenen Stellen an Wegrändern, Waldrändern, Steinbrüchen und Böschungen
Wirkung: Tee bei depressiver Verstimmung, nervöser Unruhe und Schlafstörungen
Verwendete Bestandteile: Blüten, blühendes Kraut

Kamille (Matricaria recutita L.)
Vorkommen: Westeuropa und Nordafrika auf brachliegenden Feldern, Wiesen und an Wegesrändern
Wirkung: Inhalation bei Erkältung, Tee bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen, Umschläge, Spül- oder Gurgellösungen bei Haut-Entzündungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum
Verwendete Bestandteile: Blüten

Salbei (Salvia officinalis L.)
Vorkommen: Mittelmeerraum
Wirkung: Tee bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum
Verwendete Bestandteile: Blätter

Mädesüß (Filipendula ulmaria (L.) Maxim.)
Vorkommen: von Europa über Sibirien bis nach Kleinasien in feuchten Auwäldern, Streuwiesen und Sumpfgebieten
Wirkung: Tee bei Erkältung als schweiß- und harntreibendes Mittel
Verwendete Bestandteile: Blüten, Blätter, Wurzeln

Sanddorn (Hippophae rhamnoides L.)
Vorkommen: wild wachsend in Europa und nördlichen Teilen Asiens an Uferböschungen, Wiesenrändern und auf Dünen
Wirkung: Saft oder Sirup zur Stärkung der Abwehrkräfte und Vorbeugung gegen Erkältungen durch hohen Gehalt an Vitamin C
Verwendete Bestandteile: Beeren, Samen


Heilpflanzen sammeln

Wenn Sie Heilpflanzen sammeln wollen, sollten Sie sich vor Ihrem Streifzug durch die Pflanzenwelt gut informieren. Botanische Kenntnisse verhindern Verwechslungen und böse Überraschungen. Bei Volkshochschulen und Gesundheitsvereinen können Sie in Kursen das Wichtigste über das Sammeln und Verarbeiten von Heilpflanzen lernen. Auch ausgebildete Kräuterpädagogen offerieren Kurse. Unten finden Sie eine Reihe von Links zu Anbietern von Kräuterkursen.

Außerdem sollten Sie wegen der Schadstoffbelastung darauf achten, nur Pflanzen zu sammeln, die weit entfernt von stark befahrenen Straßen oder gedüngten Feldern wachsen. Wichtig ist auch zu wissen, dass bei Mitteln aus selbst gesammelten Pflanzen immer unklar bleibt, wie viel Wirkstoff enthalten ist. Im Gegensatz dazu müssen Heil- und Arzneitees gesetzlichen Vorgaben entsprechen. Und Sie sollten darauf achten, die Dosierungsangaben einzuhalten, um mögliche Überdosierungen oder Vergiftungen zu vermeiden.

! Verwenden Sie diese Informationen keinesfalls als alleinige Quelle für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Bei Beschwerden zögern Sie nicht, professionelle Beratung in Anspruch zu nehmen: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker!

Aus unserer Projektdatenbank:

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Links

Geschützte Pflanzenarten WISIA

Heil- und andere Wildpflanzen FloraWeb

Wissenswertes rund um den Bärlauch NABU

Aufklärung über Giftpflanzen NABU