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Klima & Klimawandel


Der Klimawandel findet vor unserer Haustür statt © Nina Jacobsen
Foto: Wolken am Himmel © Nina Jacobsen

Die Begriffe Klima und Wetter werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig synonym verwendet. Tatsächlich aber beschreiben beide unterschiedliche Phänomene. Während "Wetter" den kurzfristigen Zustand der Erdatmosphäre an einem bestimmten Ort bezeichnet (Sonnenschein, Hitze, Kälte, Regen, Wind), benennt „Klima“ einen langfristigeren Zustand (in der Regel 30 Jahre). Klima ist die Aufeinanderfolge verschiedener Wetterzustände mit ihren tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Das Klima wird von Prozessen innerhalb der Erdatmosphäre, der Sonneneinstrahlung, den Meeren und Kontinenten bestimmt.


Klima

Das typische Klima eines Ortes errechnet sich aus den Wetterdaten mehrerer Jahrzehnte, die Wetterstationen und Wetter- und Umweltsatelliten erfassen. Das zukünftige Klima wird mit den komplexen Berechnungen unterschiedlicher Klimamodelle prognostiziert. Auf diese Weise konnten auch der Klimawandel der letzten Jahrzehnte bewiesen und Schätzungen über zukünftige Klimaänderungen erstellt werden.


Klima in Deutschland

Innerhalb Deutschlands gibt es verschiedene Klimazonen. Abhängig von der Höhenlage variieren die klimatischen Verhältnisse vom Flachland nördlich der Mittelgebirgsschwelle über die Mittelgebirge und das Alpenvorland bis zu den Alpen erheblich.


Klima und Gesundheit

Das Klima besitzt auch gesundheitliche Auswirkungen. So nutzen Kurorte die besonderen klimatischen Gegebenheiten ihrer geographischen Lage zur Heilung. Positive Wirkungen der klimatischen Verhältnisse auf den menschlichen Organismus beruhen zum einen auf der Entlastung von potentiell schädlichen Umwelteinflüssen und zum anderen auf der Anregung der körperlichen Anpassungs- und Abwehrfunktionen. So ist der Mensch an der Nordsee höheren Windgeschwindigkeiten und damit einer schnelleren Abkühlungsgefahr ausgesetzt. Der Körper muss sich dagegen behaupten und die Widerstandskräfte werden gestärkt.


Klimawandel

Unter "Klimawandel" versteht man längerfristige Veränderungen der durchschnittlichen Klimawerte auf der Erde über einen längeren Zeitraum. Von einem einzelnen Sturm, einigen warmen Wintertagen oder Starkregenereignissen kann man noch nicht auf einen Wandel des Klimas schließen – zunächst beschreibt man das als „Wetterkapriolen“. Erst die langjährige Häufung von Extremwetterereignissen und Veränderungen in den Durchschnittswerten können Hinweise auf den Klimawandel geben. Diese Klimaveränderungen können natürliche Ursachen haben. So verändert sich unser Klima seit Bestehen der Erde ständig – bekanntestes Beispiel sind die Eiszeiten. Im Gegensatz dazu wird der aktuelle Klimawandel, die globale Erwärmung, dem Einfluss des Menschen zugeschrieben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vermuten, dass sich bis zum Jahr 2100 die Temperatur auf der Erde um ca. 2° bis 6 °C erhöhen wird. Im Wetter kann sich der Klimawandel in mehr Hitzewellen, Dürreperioden, Stürmen und Starkregenereignissen niederschlagen. Unsere Gesundheit wird vermutlich durch mehr Allergien, Infektionskrankheiten und Hautkrebs herausgefordert. Klicken Sie für mehr Informationen auf die Themen, die Sie interessieren.


Ursachen des Klimawandels

Als Ursache der globalen Erwärmung wird der durch Emissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft hervorgerufene Anstieg der Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre angesehen. Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2), entstehen vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Der Treibhauseffekt entsteht, weil die Strahlung der Sonne nicht ungehindert abstrahlen kann. Die Sonnenstrahlung wird zum Teil in der Atmosphäre absorbiert und in Wärmestrahlung umgewandelt, bevor sie auf die Erdoberfläche trifft. Hier wird sie reflektiert, kann aber aufgrund der Treibhausgase die Atmosphäre nicht ungehindert passieren und zurück in den Weltraum abstrahlen. So kommt es zur Erwärmung auf der Erde. Problematisch ist auch, dass die Treibhausgase lange in der Atmosphäre bleiben. Ein Temperaturanstieg wäre deshalb auch bei einer starken Reduzierung der Emissionen nicht mehr zu vermeiden.


Der Treibhauseffekt © eigene Darstellung nach: www.gruene-jugend-nrw.de
Schema zur Entstehung des Treibhauseffektes

Folgen des Klimawandels

Bereits heute lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels beobachten, und es sind nicht nur die schmelzenden Polkappen, Gletscher oder Permafrostböden: Auch direkt vor unserer Haustür sind die Veränderungen inzwischen deutlich. Apfelbäume blühen im Durchschnitt 10 Tage früher als noch in den 1960er Jahren. Der Kuckuck zieht sich in kühlere Höhenlagen zurück, weil seine Wirtsvögel im Tiefland bei seiner Rückreise aus dem südlichen Überwinterungsquartier ihre Eier schon ausgebrütet haben. Für Wildpflanzen und -tiere bedeutet die Erwärmung häufig, dass sich ihre Verbreitungsgebiete nach Norden und in höhere Lagen verschieben. Während es einigen heimischen Arten zu warm wird, fühlen sich zahlreiche exotische, Wärme liebende Arten bei uns bereits „wie zu Hause“. So wachsen in der nahen Schweiz inzwischen verwilderte Palmen (ostasiatische Hanfpalme). Einige dieser gebietsfremden Organismen sind in der Lage, sich so sehr auszubreiten, dass sie auch für unsere Gesundheit problematisch sein können. Beispielsweise werden Krankheitserreger, die bisher wegen der mediterranen Verbreitung ihrer Überträger (Sandmücken, einige Zeckenarten, einige Pilze) bei uns nicht vorkamen, nun zum Problem.

Links

Wetter und Klima LANUV NRW

Biologische Vielfalt und Klimawandel BfN

Gebietsfremde Arten BfN

Klimawandel - Materialien für die Grundschule BMUB