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Stadtwälder


Schnell erreichbar, große Erholungswirkung: Stadtwald © Atelier Papenfuss
Foto: Wald © Atelier Papenfuss

Erholungsort Wald

Stadtwälder sind Waldgebiete in Städten oder in Stadtnähe und bilden eine wichtige Gesundheitsressource für Stadtbewohner. Der direkte positive Einfluss dieser Erholungsräume auf die menschliche Gesundheit wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen.

Durch seine Nähe zum Wohn- und Arbeitsort ist Stadtwald schnell erreichbar und gilt deshalb als Naherholungsgebiet. Hier kann die im Berufs- und Familienalltag eingesetzte Kraft durch Pausen und Ausgleichsphasen regeneriert werden. Abschalten und Erholung vom Tagesgeschehen bringen neue Energie und stärken die psychische Gesundheit. Der Wald bietet viele kombinierbare Möglichkeiten der Erholung. Mancher erholt sich am besten bei einem Waldspaziergang und genießt Stille, Düfte und Anblick des jahreszeitlich geprägten Waldes. Andere erfahren Erholung, wenn sie durch den Wald joggen, Rad fahren oder Nordic-Walken.

„Urbaner Wald“ ist eine neue Freiflächenkategorie in der nachhaltigen Stadtentwicklung. Urbane Wälder liegen vollständig im besiedelten Bereich und stellen deswegen Waldinseln in zusammenhängend bebauten Bereichen dar (Kowarik 2005).


Kindheitserinnerung Wald

Laut einer Studie ist die Wahrnehmung der Menschen auch in Bezug auf die Natur durch Erlebnisse in der Kindheit geprägt (Braun 2000). Der Wunsch und die Fähigkeit, den Wald als Erholungsort zu nutzen, resultiert demnach aus Kindheitserfahrungen. Wenn aber dieser frühe Zugang fehlt, können auch Impulse von außen die Natur als Erholungs- und Erlebnisraum erschließen.


Gesundheitsfaktor Wald

Im Stadtwald kann die Gesundheit gezielt unterstützt werden (Abb. 1). Die Erholungseignung von Stadtwäldern wird durch ihre positive klimatische, lufthygienische und photoaktinische Wirkung gestärkt. Der Besucher kommt in den Vorzug eines – verglichen mit dem bebauten Umfeld – thermisch ausgeglichenen, strahlungs- und luftschadstoffärmeren Erholungsraumes (Burkhardt et al. 2008). Das grüne Farbspektrum in Wäldern wirkt beruhigend auf die menschliche Psyche.

Als Bewegungsraum weist der Wald gesundheitsförderliche Aspekte auf, die gerade für die motorische und soziale Entwicklung von Kindern essentiell sind (Graf et al. 2004; Hüttenmoser 1996; Degen-Zimmermann et al. 1992). Studien belegen, dass ein Mangel an regelmäßiger Bewegung im Kindesalter den Knochenaufbau behindern kann. So wurde eine Verbesserung der Schenkelhalsknochenstruktur bei 9-jährigen Kindern bereits bei 25 Minuten täglicher aktiver Bewegung nachgewiesen (Sardinha et al. 2008). Regelmäßige körperliche Aktivität wirkt sich außerdem positiv auf das Herz-Kreislauf- und Muskel-Skelett-System aus und unterstützt damit Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung (Hurrelmann et al. 2004). Der Wald mit seiner jahreszeitlichen Wandlungsfähigkeit, dem enormen Spektrum an Erlebnisräumen und besonderen Struktur durch Bodenbeschaffenheit, Baumbestand, Wegeführung, Pflanzen und Fließwasser bietet Anreize für zahlreiche Aktivitäten und damit einen Ausgleich von Bewegungsmangel. Wie nebenbei werden durch eine Fülle von Gerüchen, Geräuschen und visuellen Eindrücken die Sinne angesprochen.


Gemeinschaftserlebnis Wald

Neben physischer und psychischer Erholung und Aktivität kann ein starker sozialer Halt in Familie und Umfeld gesundheitsgefährdende Faktoren wie Stress oder Angstzustände bewältigen. Insbesondere Familien beeinflussen das Gesundheitsverhalten positiv. Das gemeinsame Erleben von „wilder“ Natur kann ein naturbezogenes Gemeinschaftsgefühl auslösen und so das Entstehen und den Erhalt von sozialen Beziehungen begünstigen (Cumes 1998). Öffentliche Grünräume wie Stadtwälder leisten als Begegnungsort auch einen Beitrag zur sozialen Integration verschiedener gesellschaftlicher Gruppen (Jay & Schraml 2007; Strohmeier & Mai 2007; Seeland 2003). 


Abb. 1: Gesundheitliche Wirkung des Waldes (nach Pröbstl et al. 2007)

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Links

Naturverträgliche Sportarten NaturSportInfo

Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben des BfN Urbane Wälder

Forschungsprojekt Bielefeld 2000plus

Bundesnaturschutzgesetz BNatSchG