Bundesamt für Naturschutz

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Großschutzgebiete


Informationsvermittlung im Nationalpark Hainich © Papenfuss – Atelier für Gestaltung
Foto: Informationstafeln auf dem Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich © Papenfuss – Atelier für Gestaltung

Großschutzgebiete als Erholungsraum

Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke bieten eine gute Möglichkeit, Erholungssuchende für das Thema Naturschutz und Schutzgebiete zu sensibilisieren. Während Nationalparke und Biosphärenreservate den Schwerpunkt auf Informationsvermittlung und Schutz von Natur und Landschaft legen, formuliert das BNatSchG explizit die Erholungsnutzung als Aufgabe von Naturparken (BNatSchG, § 27 Pkt. 3 und 4).


Aufgaben der Naturparke

  • Schutz, Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft
  • Erhalt der charakteristischen Kulturlandschaft durch Förderung naturnaher Methoden in der Land-, Forst- und Wasserwirtschaft
  • Förderung einer nachhaltigen Nutzung und Vermarktung regionaler Produkte und Stärkung der regionalen Identität
  • Bewahrung und Förderung des kulturellen Erbes, Erhalt von Bau- und Bodendenkmalen sowie Weiterentwicklung der Siedlungs- und Baukultur
  • Sicherung von landschaftsbezogener Erholung und umwelt- und sozialverträglichem Tourismus
  • Schonung der natürlichen Ressourcen
  • Mitwirkung an anderen, das Naturparkgebiet betreffenden Planungen
  • Zusammenarbeit mit Kommunen, Behörden und Organisationen
  • Förderung eines breiten Umweltbewusstseins durch Umweltbildung, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Schaffung und Unterhaltung von Einrichtungen zur Erholungsnutzung und Besucherlenkung

Regionale Synergien

Mit der Möglichkeit, Naturerlebnisse in den Wachstumsmarkt Gesundheitstourismus zu integrieren, besitzen Großschutzgebiete großes Potenzial für die Entwicklung der umgebenden Regionen. Durch Kooperationen zwischen den Bereichen Tourismus, Naturschutz und Gesundheit können Synergien hergestellt und umwelt- und naturverträgliche Angebote für einen Gesundheitstourismus entwickelt werden. Insbesondere Kurorte in der Nähe von Großschutzgebieten haben die Möglichkeit, ihre Attraktivität durch einen Naturbezug deutlich zu erhöhen. Seit dem Rückgang der Kostenübernahme kurtherapeutischer Leistungen durch die Krankenkassen wird es für die Kurorte immer wichtiger, so genannte Selbstzahler zu akquirieren. „Wellness im Kurort“ oder „Premium-Class-Ort“ sind Gütesiegel des Deutschen Heilbäderverbands und des Verbandes Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte. So können sich Heilbäder und Kurorte bezeichnen, die ein ganzheitlich ausgerichtetes Gesundheits- und Tourismuskonzept vorweisen können, das auch die Belange des Natur- und Umweltschutzes berücksichtigt (Claßen 2008). 

Ergebnisse einer verstärkten ökologischen Ausrichtung von Kurorten können dabei folgende sein (Claßen 2005; Claßen & Kistemann 2004):

  • naturnahe und barrierefreie Gestaltung von Kuranlagen (z. B. Kneipp-Tretbecken, Heilende Gärten)
  • Park- und Waldanlagen für Terrainkuren, Erholung und Naturerlebnis 
  • Erweiterung des kurtouristischen Angebots unter Einbeziehung lokaler Initiativen und Einrichtungen des Naturschutzes und der Landschaftspflege (z. B. angeleitetes Naturerlebnis bei Mutter-Kind-Kuren und bei Traumatherapien) 
  • Umsetzung ressourcenschonender Ver- und Entsorgungskonzepte
  • Verwendung regionaler Produkte