Bundesamt für Naturschutz

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Naturschutz & Tourismus


30% der Deutschen machen regelmäßig Natururlaub © Georg Fritz
Foto: Urlauber am Strand © Georg Fritz

Miteinander statt gegeneinander

Je abwechslungsreicher Natur- und Kulturlandschaften sind, desto größer ist ihre Anziehungskraft für Touristen. Insbesondere Großschutzgebiete wie Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke mit ihren vielfältigen Landschaften und Naturräumen sind ein attraktives Ziel für natur- und landschaftsbezogenen Urlaub. Gesundheit und Wohlbefinden stellen neben dem Naturerlebnis wichtige Urlaubsmotive dar, wie die Ergebnisse der alljährlichen Reiseanalysen der vergangenen Jahre zeigen. Natururlaub stand laut einer Umfrage der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen von 2006 bei den Bundesbürgern nach dem All-inclusive-Urlaub an zweiter Stelle der für die nächsten Jahre geplanten Urlaubsformen. Bei FUR 2009 gaben 28 % der Deutschen an, in den letzten drei Jahren „Natururlaub“ gemacht zu haben. 31 % geben an, in den nächsten drei Jahren Natururlaub zu planen (FUR 2009).

93 % der Bundesbürger halten es laut Umfragen für wichtig, dass es in Deutschland Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke gibt. Eine intakte Umwelt ist bei 84 % sehr wichtig für die eigene Urlaubszufriedenheit, und 74 % der Befragten geben an, sich durch Urlaubsorte mit verbauter Landschaft abgeschreckt zu fühlen. 62 % würden ihren Urlaub bevorzugt dort verbringen, wo man sich zum Schutz der Natur für die Einrichtung von Schutzgebieten entschieden hat (EUROPARC Deutschland 2006; Carius 2008 nach Invent 2005). 


Urlaubstrends Natur und Gesundheit

Wie sehr sich das Gesundheitsbewusstsein geändert hat, zeigt unter anderem die wachsende Nachfrage der Deutschen nach Gesundheits- und Wellnessurlaub. Als Urlaubsmotive dominieren Entspannung, Kraft Sammeln, Natur Erleben, gesundes Klima und etwas für die Gesundheit Tun (FUR 2007).

Aus diesen Gründen kommen Erholungssuchende auch in Schutzgebiete, denn gerade dort finden sie besondere Möglichkeiten zur Entspannung und aktiven Erholung. Im Zuge der Attraktivitätssteigerung und Besuchergewinnung in Schutzgebieten ist die Tourismusbranche ein wertvoller Partner für die lokalen Akteure. So beschreibt eine Studie den Reisetrend „Wunsch nach Regionalität und Authentizität“ als gegenläufig zum allgemeinen Globalisierungstrend – eine Anforderung, die wie maßgeschneidert auf Naturparke und andere Schutzgebiete zu passen scheint (BMU 2003; BfN & VDN 2002). Allerdings birgt die verstärkte touristische Nutzung auch Risiken. Höhere Besucherzahlen bedeuten eine steigende Belastung der Natur (BMU 2003), die mit gemeinsamen Strategien der nachhaltigen touristischen Entwicklung aller beteiligten Akteure so gering wie möglich gehalten werden sollte.


Zusammen mehr leisten

In diesen Trends liegt die Chance für den Naturschutz, nach Anknüpfungspunkten zwischen den eigenen Zielen und denen der Tourismusbranche zu suchen. Synergieeffekte können genutzt werden, um Menschen für Natur zu begeistern, die Akzeptanz von Naturschutz und Großschutzgebieten zu verbessern und die regionale Wirtschaft zu stärken. Denn nicht zuletzt bedeutet die touristische Erschließung von Naturlandschaften eine wirtschaftliche Aufwertung insbesondere von strukturschwachen Regionen und gibt damit den Anstoß zu einer nachhaltigen Regionalentwicklung (BMU 2003). Voraussetzungen dafür sind vor allem eine funktionierende Kooperation zwischen Großschutzgebietsverwaltungen, lokalen Tourismus-Organisationen und touristischen Leistungsträgern sowie die Entwicklung klarer Angebotsschwerpunkte mit zielgruppengerechten Themen- und Erlebnisangeboten in ausreichender Kapazität. Eine zielgruppenorientierte Entwicklung und Kommunikation der Angebote ist ein entscheidender Baustein für den langfristigen Erfolg (BMU 2003).