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UV-Strahlung und Hautkrebs


Ohne UV-Schutz besteht erhöhte Hautkrebsgefahr © Barbara Engels
Foto: Urlauber am Ostseestrand © Barbara Engels

Hautkrebs in Deutschland

Hautkrebs ist als eine der häufigsten Krebsarten ein bedeutendes Gesundheitsproblem in Deutschland. Daten der Deutschen Krebsgesellschaft zeigen, dass das maligne Melanom bei Männern an neunter und bei Frauen an siebter Stelle der Krebsneuerkrankungen für die Jahre 2002 und 2004 steht. Laut WHO hat die Inzidenz des malignen Melanoms seit den 1970er Jahren auch weltweit signifikant zugenommen. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (Breitbart et al. 2004) sind in Deutschland im Jahr 2000 etwa 11.500 Menschen am malignen Melanom erkrankt. Während die Erkrankungsraten seit Jahrzehnten gestiegen sind (2008: etwa 14.900 Menschen), blieb die Mortalität des malignen Melanoms fast unverändert. Im Jahr 2002 starben laut Robert Koch-Institut (RKI) in Deutschland 2.677 Menschen an der Erkrankung.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unterrichtet die Bevölkerung über die aktuelle solare UV-Situation. Es ermittelt an Messstationen täglich maximale UV-Index-Werte und veröffentlicht von Frühjahr bis Herbst täglich 3-Tages-Prognosen. Außerdem informiert das BfS über Hauttypen und über Schutzmaßnahmen zur Vermeidung eines Sonnenbrandes (Steinmetz 2009).


Risikofaktoren

Das Risiko für bösartigen Hautkrebs korreliert mit der UV-Exposition eines Menschen und mit bereits erlebten Sonnenbränden insbesondere in der Kindheit. Als Risikofaktoren gelten Urlaubsreisen in Länder mit intensiver Sonneneinstrahlung und Solarium-Besuche ohne ausreichenden Sonnenschutz. Kinder und Jugendliche sind am stärksten gefährdet, da ihre Haut empfindlicher reagiert als die von Erwachsenen (RKI 2004).


Gefahren durch den Klimawandel

Der Klimawandel erhöht indirekt die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, denn die schützende Ozonschicht um die Erde ist in den letzten Jahren durchlässiger geworden. Dadurch erhöht sich die menschliche Exposition gegenüber UV-B-Strahlen (mehr "Sonnenbaden"), die als bedeutendster Risikofaktor für Melanome gelten. Aufgrund strengerer Umweltschutzmaßnahmen konnte die Zerstörung der Ozonschicht zwar aufgehalten werden, bei zu ausgiebigem Sonnen besteht die Gefahr aber weiterhin. Infolge der globalen Erwärmung werden sich Menschen in bisher kühleren Gebieten künftig mehr im Freien aufhalten und der Sonne aussetzen. Die Hautkrebsneuerkrankungen könnten dadurch weiter ansteigen (Helmholtz-Zentrum München 2009).

Neben direkten Folgen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit werden auch Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere mit indirekten Folgen für die Gesundheit des Menschen befürchtet, wie zum Beispiel der Verlust von Biodiversität. Mit Fragestellungen zu Klimawandel und Hautkrebs sowie präventiven Maßnahmen beschäftigen sich das Netzwerk Climaderm und das nationale Forschungsprojekt Climaderm – Klimawandel und Hautkrebs (Steinmetz 2009).

Links

Krebshäufigkeit Krebsgesellschaft

Gesundheitliche Auswirkungen UV-Strahlung APUG Umwelt und Gesundheit

Malignes Melanom RKI 

Solare UV-Strahlung

UV-Messnetz

Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf 2014: Klimawandel und Hautkrebserkrankungen

Solare UV-Strahlung und Klimawandel Umid Themenheft Klimwandel und Gesundheit