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Erholung & Wohlbefinden


Ein Weg aus dem Stress ist der ins Grüne © Michael Pütsch
Foto: Ein Mann leigt im hohen Gras und ruht sich aus © Michael Pütsch

Stress macht krank

Stress spielt eine signifikante Rolle bei Entwicklung und Verlauf psychischer und mentaler Erkrankungen wie Angststörungen oder Depressionen. Erschöpfungszustände wegen mangelnder Bewältigung der Alltagsaufgaben treten immer häufiger auf. Besonders im Arbeitsleben haben diese Phänomene durch Arbeitsverdichtung und Leistungsdruck in den letzten Jahren zugenommen. Die Ausgaben, die in Deutschland dadurch jährlich entstehen, sind erheblich und beinhalten direkte Kosten für Behandlung und Therapie, aber auch indirekte Kosten durch Fehlzeiten, Frühverrentung oder Produktivitätsausfälle                                (DAK-Gesundheitsreport 2014RKI 2013).

Umso wichtiger ist es, Wege aus dem Stress aufzuzeigen. Die Krankenkassen fördern im Rahmen ihrer Bemühungen zu Prävention und Gesundheitsförderung Entspannungskurse.


Natur entspannt

Ein anderer Weg ist der ins Grüne. Die Natur wirkt positiv auf Stimmung und Konzentration des Menschen, schafft Kontrasterlebnisse und ermöglicht Stressabbau durch umfassende psychische und emotionale Entspannung (BAFU 2008). Natürliche Reize, die Stimulation der Sinne, Naturerlebnisse – all diese Faktoren können dem Menschen helfen, vom Alltag abzuschalten und Abstand zu Problemen zu gewinnen. Gesundheitsförderliche Natur-Räume sind ebenso Wälder wie Stadtparks und städtische Grünzüge, therapeutische und gesundheitsförderliche Landschaften, Heilgärten und Großschutzgebiete.

Jede Form von Grünräumen stellt eigene gesundheitsförderliche Potenziale bereit, und jeder Mensch entscheidet individuell, welcher Naturraum ihm die beste Erholung bietet (Claßen 2008).


Wald wirkt positiv

Ein Waldbesuch hat nachgewiesene positive Effekte auf das soziale Wohlbefinden und die physische und psychische Gesundheit des Menschen.

Wirkungen des Waldes auf das physische Wohlbefinden

· Filterwirkung
  Bäume filtern Stäube aus der Luft und sorgen so für ein befreites Durchatmen

· klimatische Wirkung
  Schatten und Windschutz sorgen für angenehme Temperaturen im Wald

· Evapotranspiration
  die Verdunstung von Boden- oder Wasseroberflächen (Evaporation) und
  Pflanzen (Transpiration) hat einen positiven Einfluss auf ein angenehmes
  Waldklima

· Geruchswirkung
  Waldluft enthält Spuren ätherischer Öle, die als wohltuend empfunden werden

· Entspannung
  Bäume filtern Lärm und schaffen eine ruhige Umgebung

· Bewegung
  Wald als Bewegungsraum fördert körperliche Aktivität, vor allem bei Kindern

(BAFU 2008; Brei et al. 2008; Nilsson et al. 2007; Hartig et al. 2003; Hüttenmoser 2002; Hüttenmoser & Degen-Zimmermann 1995)

Wirkungen des Waldes auf das psychische Wohlbefinden

· Stressabbau
  weniger Hektik, Ausgleich zum Alltagsstress durch Ruhe und Verweilen

· Ablenkung
  Formen- und Farbenvielfalt, Gerüche, Geräusche und Lichtspiele beschäftigen
  die Sinne

· Wohlbefinden
  ein Aufenthalt im Wald wird in der Regel mit positiven Gefühlen verbunden

(BAFU 2008; Brei et al. 2008; Nilsson et al. 2007; Hartig et al. 2003)

Wirkungen des Waldes auf das soziale Wohlbefinden

· Begegnung 
  Menschen treffen sich im Wald, ohne sich gegenseitig einzuengen

· Offenheit
  Menschen begegnen sich im Wald offener

· Sinnstiftung
  Aufenthalte im Wald fördern die Identitätsfindung

· kollektive Wildniserfahrung
  gemeinsames Naturerleben fördert naturbezogene Gemeinschaftsgefühle

(BAFU 2008; Brei et al. 2008; Abraham et al. 2007; Sharpe 2005)


Soziale Kontakte halten gesund

Soziale Kontakte wirken positiv auf die Gesundheit. Gesellige Menschen fühlen sich gesünder, haben ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und leben länger. Soziale Kontakte können Vereinsamung verhindern und konkrete Unterstützung in problematischen Situationen bieten. Sie erschweren auch die Entstehung von Depressionen (Health Council of the Netherlands 2004). Bei gemeinsamer Bewegung und Sport fördern gruppendynamische Prozesse gesundheitsbewusstes Verhalten (Ball et al. 2001). 

Grün- und Landschaftsräume sind wichtige Orte für soziale Kontakte. Sie ermöglichen Begegnungen, fördern zwischenmenschlichen Austausch und stärken den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Sie tragen so indirekt zu einem Gefühl der Integration und damit zu mehr Wohlbefinden und Gesundheit bei (Abraham et al. 2007). Wichtige Voraussetzung hierfür ist die Sicherheit der Grünräume, vor allem städtischer Parkanlagen. Die meisten Menschen erholen sich in urbanen Grünanlagen lieber in Begleitung (Staats & Hartig 2004).


Persönlichkeitsentwicklung wird unterstützt

"Seinem Leben einen Sinn geben" ist ein wichtiges Element unserer Persönlichkeitsentwicklung. Sinnfindung ist relevant, um die eigenen persönlichen, individuellen Ziele bestimmen, sie in das Leben integrieren und verfolgen zu können. Sie ist eine wichtige Basis für physische, psychische und soziale Gesundheit. Verschiedene Studien zeigen, dass die Natur ideale Bedingungen zur Sinn- und Persönlichkeitsfindung bereitstellt. Stimulierende Farben, Formen, Gerüche und Gefühle lassen den Menschen Abstand zum Alltag gewinnen und fördern Entspannung und Wohlbefinden. Das schafft gute Voraussetzungen für eine bessere Selbstreflexion (BAFU 2008; Health Council of the Netherlands 2004).


Kindliche Entwicklung wird gefördert

Auch bei der Entwicklung der kindlichen Persönlichkeit nimmt die Natur eine Schlüsselrolle ein. Die frühe kindliche Entwicklung kann maßgeblichen Einfluss auf gesundheitsförderliches oder -schädigendes Verhalten im Erwachsenenalter nehmen. Möglichkeiten zum freien Spielen und Lernen in der Natur fördern die kognitive, soziale und motorische Entwicklung von Kindern. Sie legen damit den Grundstein für Gesundheitsbewusstsein und Wohlbefinden (Brei et al. 2008; Health Council of the Netherlands 2004; Hüttenmoser 2002; Hüttenmoser & Degen-Zimmermann 1995).

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Links

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